Eisdorf/Willensen (pb). Mit stehenden Ovationen verabschiedeten Ratsmitglieder, Bürger, Amtskollegen Bürgermeister Herbert Lohrberg, der nach insgesamt 27 Jahren und vier Tagen sein Mandat als Ratsmitglied und als Bürgermeister der Gemeinde Eisdorf niederlegte. Mit Applaus gratulierten sie während der Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Willensen Petra Pinnecke, die einstimmig zur ersten ehrenamtlichen Bürgermeisterin der beiden Ortschaften Eisdorf und Willensen gewählt wurde.


Gemeindedirektor Harald Dietzmann und Herbert Lohrberg stellten sich zusammen mit Ulrich Pflugfelder, Bürgermeisterin Petra Pinnecke, Jörg Starke, stellvertretender Bürgermeister Hartmuth Nienstedt ,Thorsten Rohrmann, stellvertretender Bürgermeister Frank Brakebusch, Jens Schimpfhauser, Klaus Peter Dröge, Dirk Grünewald, Walter Sindram Krückeberg und Knut Willamowius zum Erinnerungsfoto auf. Foto: Bordfeld

Als erstes ließ Gemeindedirektor Harald Dietzmann den politischen Werdegang des aus dem Amt Scheidenden Revue passieren. Er habe viel Respekt vor dieser Entscheidung, Denn letztendlich verabschiede sich ein Kommunalpolitiker, der aus dem Eisdorfer und Willensener Geschehen nicht wegzudenken sei. Schließlich hab der sich für beide Ortschaften stets stark gemacht.

Begonnen habe Lohrbergs politische Laufbahn vor 26 Jahren und elf Monaten mit der Wahl als Ratsmitglied. 1986 erfolgt die Wahl zum stellvertretenden Bürgermeister und am 28. Januar 1993 zum Bürgermeister. In dieser gewaltig langen und interessanten Zeit habe er kommunale Veränderungen zum Wohl der Gemeinde herbeigeführt und ihnen damit neue Gesichter gegeben. Lohrberg habe sich stets positiv eingemischt und dabei immer wieder viel Zeit und Nerven investiert. Dietzmann dankte aber Lohrbergs Frau Ingeborg dafür, dass sie ihrem Mann stets zur Seite gestanden und ihn in seinen Entscheidungen bestärkt habe.

Frank Brakebusch, Vorsitzender der CDU-Fraktion, versicherte, er habe zwölf  bemerkenswerte Jahre mit Bürgermeister Lohrberg erlebt, die viel Höhepunkte aufzuweisen hätten, das absolute Highlight sei aber wohl die 1050-Jahr-Feier gewesen.

Ulrich Pflugfelder, Vorsitzender der SPD-Fraktion, erinnerte daran, dass es für den Rat fast immer leicht gewesen sei, Beschlüsse einstimmig zu fassen, weil Lohrberg zuvor Bedenken beiseite geräumt hätte. Sicherlich habe es auch Diskussionen gegeben, diese hätten aber nie den Beschlüssen im Wege gestanden.

Erich Sonnenburg, Bürgermeister von Badenhausen, ergriff das Wort im Namen der Amtskollegen aus Windhausen, Gittelde und Bad Grund und dankte für die gute Zusammenarbeit.

Lohrberg versicherte anschießend, dass er den Rücktrittsentschluss bereit vor sieben Jahren seinen politischen Freunden mitgeteilt hätte. Er habe diesen Schritt mit Sicherheit nicht aus den in der Gerüchteküche angeheizten Gründen getätigt, sondern weil er jüngeren Menschen den Weg frei machen wolle, denen Eisdorf und Willensen alles andere als egal seien. Schließlich habe er die Ziele, die er sich bei der ersten Amtsübernahme als ehrenamtlicher Bürgermeister gesteckt hätte, auch erreicht. Allein durch die rechtzeitige Ausweisung der Bebauungsgebiete und dem Anbau an der Sporthalle seien mittelfristig die Voraussetzungen für den Bestand des Kindergartens und der Grundschule geschaffen worden. Mit der Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm für Willensen im vergangen Jahr und Eisdorf in diesem Jahr seien auch Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung gegeben. Schließlich gehöre Eisdorf zu den zwölf ausgewählten Modelldörfer Niedersachsen mit dem Schwerpunk „Umwandlung von Hofanlagen“.

Es seien schöne Jahre mit Erfolgen und immer wieder neuen Erkenntnissen gewesen. Es sei mit Sicherheit unmöglich, allen zu gefallen, aber das sei auch nie sein Ziel gewesen.

Als Petra Pinnecke, die Herbert Lohrberg das Kompliment eines sehr guten Lehrmeisters aussprach, einstimmig als dessen Nachfolgerin gewählt war, dankte sie für das ihr entgegen gebrachte Vertrauen. Sie gehe davon aus, dass man auch weiterhin gut zusammen arbeiten werde. Denn auch wenn sie „erst“ 20 Jahre in Eisdorf wohne, fühle sie sich mit beiden Gemeinden eng verbunden.

Da Lohrberg auch nicht mehr in Eisdorf, sondern „nur“ noch im Samtgemeinde- und Kreistag vertreten sein wird, galt es auch ein neues Ratsmitglied, Dirk Grünewald (SPD), zu bestimmen. Weiterhin musste auch der Verwaltungsausschuss neu gebildet werden. In ihm sind für die SPD Petra Pinnecke und Hartmut Nienstedt sowie Ulrich Pflugfeder und Dieter Borchers als Vertreter, und für die CDU Frank Brakebusch sowie Jens Schimpfhauser und Knut Willamowius als Vertreter gewählt wurden.

Da es in Eisdorf zwei gleichberechtigte stellvertretende Bürgermeister gibt, und Petra Pinnecke durch ihre Wahl für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung stand, wurde Hartmuth Nienstedt (SPD) neu gewählt und Frank Brakebusch in seinem Amt bestätigt.

Aber auch beim Bau- und Umweltausschuss gab es Änderungen. So wird Jörg Starke (SPD) als beratendes Mitglied tätig werden sowie Hartmut Nienstedt und Dirk Grünewald (SPD) als ordentliche Mitglieder vertreten sein.