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Mitglieder des Gemischten Chores „Concordia“ Eisdorf. Fotos: W.Kippenberg

Vorsitzender Günter Apel eröffnet in der Gaststätte „Zur goldenen Krone“ die außerordentliche Mitgliederversammlung des Gemischten Chores „Concordia“ Eisdorf. Er stellt die ordnungsgemäße Ladung und die Beschlußfähigkeit fest. In der Jahreshauptversammlung am 18. Januar wurde die Auflösung des Vereins beschlossen. Er als langjähriger Vorsitzender und der langjährige Kassenwart Bruno Armbrecht wurden in dieser Versammlung zu Liquidatoren bestellt. In dieser außerordentlichen Mitgliederversammlung muss erneut über die Auflösung und über die Abwicklung beschlossen werden.

Vorsitzender Günter Apel gibt zunächst einen kleinen Rückblick auf die 140-jährige Geschichte des Männergesangvereins und die achtjährige Vereinsgeschichte des Gemischten Chores ist in erster Linie die Geschichte der Chorleiter. Das Gedeihen und die Bedeutung eines Chores stehen und fallen mit der Persönlichkeit und Fähigkeit seines Chorleiters und der Einsatzfreudigkeit, der Begabung und dem Zusammenhalt seiner Mitglieder.

In den Grundzügen der Vereinssatzung vom 27. Februar 1870 - also im Gründungsjahr - steht bereits in § 2: „Der Zweck des Vereins soll sein, sich an der Kunst des Gesangs zu erquicken, zu erfreuen und Herz und Gemüt zu veredeln. Auch kann derselbe durch etwa zu gebende Concerte wohltätigen Zwecke dienen“. Dieser Grundsatz wurde in die Satzung vom 28. Juni 1953 beim Zusammenschluss von Männergesangverein Concordia und der Turnerriege vom TSC sowie auch bei der Umstrukturierung zum Gemischten Chor am 17. Mai 2011 auf die gegenwärtige Zeit modifiziert und gilt heute noch.

Aufgrund der abnehmenden Sängerzahl im Männerchor seit dem Jahr 2002 und dem geplanten Aufhören des Singkreises Südharz im Jahr 2010 wurde in der Jahreshauptversammlung des Männer-Turn-Gesang-Verein am 15. Januar 2010 über die Möglichkeit zum Erhalt der Singfähigkeit gesprochen. Aus der Situation der Chöre und Singqualität bot sich die Chance den Chorgesang in Eisdorf zu erhalten, so Günter Apel.

Nach den Jubiläen der Chöre im Herbst 2010 wurden die ersten gemeinsamen Singstunden am 21. und 25. Januar 2011 durchgeführt. Bereits nach nur neun gemeinsamen Chorproben nahm die Singgemeinschaft Eisdorf am Konzert des Singkreises Gittelde am 19. März 2011 mit Erfolg teil. Die erfolgreichen und harmonischen Singabende gaben mehrheitlich den Anlass zur Umstrukturierung zum Gemischten Chor „Concordia“ Eisdorf. Die neue Vereinssatzung wurde von den Mitgliedern in der Versammlung am 17. Mai 2011 beschlossen. Die größtenteils harmonischen Singstunden, Ausnahmen im letzten Singjahr 2017, und die erfolgreichen Auftritte des Chores bestätigten, dass dieser Schritt richtig war. Der nach Meinung des Vorsitzenden unnötige Abgang des Chorleiters im August/September 2017 wurde zur Schnittstelle und führte zur Einstellung des Singbetriebes, so der Vorsitzende weiter.

Nun stehen wir vor der Auflösung unseres Gemischten Chores „Concordia“, die in der Jahreshauptversammlung am 18. Januar beschlossen wurde.

Vorsitzender und Liquidator Günter Apel erläuterte die notwendigen qualifizierten Mehrheiten zur Bestätigung des in der Jahreshauptversammlung beschlossenen Auflösung.

Wird diese Mehrheit nicht erreicht, dann können die Mitglieder in einer weiteren Zusammenkunft mit einfacher Mehrheit die Auflösung endgültig beschließen. Besondere Vorschriften für diese Versammlungen enthält die Vereinssatzung nicht. Da wir mit der Einstellung des Singbetriebes den Satzungszweck nicht mehr erfüllen, wird beantragt, in der heutigen Versammlung zu entscheiden.

Diesem Vorschlag stimmen die Mitglieder einstimmig zu.

Weiter beschließen die Mitglieder mit betretenden Gesichtern einstimmig die Auflösung des Gemischten Chores „Concordia“ Eisdorf.

Aufgabe der Liquidatoren ist noch offene Forderungen einzuziehen und alle Verbindlichkeiten zu begleichen sowie den Buchführungsabschluss vorzunehmen.

Zu Liquidatoren werden Günter Apel und Bruno Armbrecht einstimmig bestellt.

Die beiden Liquidatoren sprechen schwerpunktmäßig die Abwicklung des Vereinsvermögens an. Einnahmen des Vereins stehen nicht aus und alle Ausgaben sind getätigt. Vorgeschlagen wird, dass das Vereinsvermögen für gemeinnützige Zwecke der Heimatstube zufließen soll. Die Orgel des Vereins soll der örtlichen Kirchengemeinde angeboten werden. Der von Thilo Siewke dem Verein zur Verfügung gestellte Schrank soll an ihn zurückgegeben werden. Diesen Vorschlägen stimmen die Mitglieder vorbehaltlos zu.

Pastor Wolfgang Teicke erinnert mit seinem Dank an Vorstand sowie alle Sängerinnen und Sänger an das letzte Konzert in der Kirche St. Georg sowie an Auftritte bei verschiedenen Gottesdiensten. Er betont, dass es besser sei, einen klaren Schnitt zu ziehen. Das erfolgreiche Wirken des Vereins wird in die Dorfgeschichte eingehen. Besondere Dankesworte richtete Wolfgang Teicke an Günter Apel, der 39 Jahre dem Verein vorstand, und an Bruno Armbrecht, der 47 Jahre die Vereinskasse führte. Weiter dankte er dem gesamten Vorstand für die gedeihliche Zusammenarbeit.

Ortsbürgermeisterin Petra Pinnecke macht in ihren Dankesworten an den Vorstand und an die Sängerschar, dass sie traurig sei. Sie werde die Sängerinnen und Sänger sowie den Chor in guter Erinnerung behalten. Künftig wird in Eisdorf etwas fehlen, was zur Dorfstruktur zählt. Ich vermisse Euch. Der älteste Verein in Eisdorf wird aufgelöst.

Bevor Günter Apel diese außerordentliche Mitgliederversammlung schließt, beantwortet er einzelne Anfragen einiger Mitglieder zu deren Zufriedenheit und dankt ebenfalls allen für die gute Zusammenarbeit. kip

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Der bis zur Jahreshauptversammlung am 18. Januar 2019 tätige Vorstand mit Vorsitzenden Günter Apel