von Günter Apel und Horst Sablotny


Der MTGV „Concordia“ im Oktober 2010. Fotos: J. Rorig

Das Gedeihen, die Leistung und Bedeutung eines Chores stehen und fallen mit der Persönlichkeit und Fähigkeit seines jeweiligen Chorleiters und der Einsatzfreudigkeit, der Begabung und dem Zusammenhalt seiner Mitglieder.

Die 140 jährige Geschichte des Eisdorfer Männergesangvereins ist daher in erster Linie die Geschichte seiner Chorleiter, deren Namen und Persönlichkeiten bis heute mehr oder weniger deutlich im Gedächtnis und in der Überlieferung des Dorfes fortleben.

Seit der Gründung am 5. Januar 1870 bis 1934 wurde die Chorleitung überwiegend von Lehrern und Schulleitern durchgeführt.

Ab 1934 übernahm der begabte Musiker Karl Zellmann aus Nienstedt, der bereits auch die Sängerriege des TSC dirigierte, die Chorleitung.

Der Ausbruch des 2. Weltkrieges machte für lange Zeit alle guten Erfolge und eine weitere positive Entwicklung zunichte. 1946 war es die Sängerriege der Turner, die einen neuen Anfang setzte. Doch der Krieg hatte in beiden Chören große Lücken hinterlassen.

Und so war es eigentlich eine folgerichtige Entwicklung, dass es 1952 zum Zusammenschluss der Sängerriege des T.S.C. mit dem Männergesangverein Concordia unter der Leitung von Karl Zellmann kam. Für den Männer Turn Gesangverein Concordia begann eine neue Blütezeit.

Noch im gleichen Jahr feierte man - mit zweijähriger Verspätung – das 80 jährige Stiftungsfest am 6. Juli mit großem Erfolg. Am 28. Juni 1953 wurde die Satzung aufgrund des Zusammenschlusses aktualisiert und beschlossen. Sie trat mit Wirkung vom 1. Januar 1953 in Kraft.

Leider musste Karl Zellmann aus gesundheitlichen Gründen 1966 die Chorleitung aus den Händen geben. Wegen seiner Verdienste um den Verein wurde er zum Ehrenchorleiter ernannt.

An seine Stelle in der aktiven Arbeit trat 1966 zunächst Lehrer Hans Rauh aus Badenhausen und ab 1968 Ingenieur Hermann Meinke aus Osterode.

Aus Anlass seines 100 jährigen Bestehens feierte der MTGV Concordia Eisdorf vom 20. bis 22. Juni 1970 das Kreissängerfest mit großem Erfolg. Bereits zuvor wurde dem Jubiläumschor am 17. Februar 1970 die „Zelter-Plakette″ durch den Bundespräsidenten verliehen.

Nachdem Chorleiter Hermann Meinke nach seiner Pensionierung nach Oldenburg verzog, übernahm ab 1973 der Ehrenchorleiter Karl Zellmann erneut die Aufgabe des Chorleiters und führte dieses Amt bis zu seinem Ableben am 17.8.1979 aus.

Der Verein war in der glücklichen Lage, einen geeigneten Nachfolger  in den eigenen Reihen zu finden. Ab August 1979 übernahm der aktive Sänger Dietmar Lange die Leitung des Chores und führte diese Funktion, damals als jüngster Chorleiter im Sängerkreis, erfolgreich bis 1986 aus. Weiterhin erfolgte in dieser Zeit, auch durch die Verjüngung des Vorstandes, eine außerordentliche aktive Zeit, nicht nur im Singen sondern auch in der Durchführung von Konzerten, Vereins- und Theaterfahrten, Sängerbällen, Knobelabende u. Karnevalveranstaltungen unter Mitwirkung der Sängerfrauen. Auch die Teilnahme an den Konzerten des Singkreises Gittelde erfolgte seit 1981 wieder regelmäßig.

All diese Aktivitäten blieben auch unter der Chorleitung von Helmut Wilke aus Badenhausen erhalten. Mit Helmut Wilke fand der Verein einen tüchtigen Chorleiter, der mit seiner lockeren Art die Übungsabende harmonisch gestaltete und den Chor in der Öffentlichkeit hervorragend präsentierte.

Das 125 jährige Jubiläum des MTGV „Concordia″ wurde vom 16. bis 18. Juni 1995 als großes Zeltfest gefeiert. Das Freundschaftssingen der 30 Gastchöre fand in der Turnhalle, in der St. Georgskirche und im Festzelt statt. Trotz des Platzregens beim Festumzug bleibt das Jubiläum in guter Erinnerung.

Durch den tragischen Tod, nach unserem Auftritt beim 125 jährigen Sängerjubiläum am 29. September 1995 in Wulften, mussten wir Abschied von Helmut Wilke nehmen.

Nach kurzer Pause wurde ab Anfang 1996 mit dem erst 21 jährigen Wittich Wolf aus Dorste ein junger begabter Chorleiter gefunden.

Aufgrund des Ortswechsels aus beruflichen Gründen nach Lüneburg musste  Wittich Wolf das Amt des Chorleiters abgeben.

Nahtlos ab Oktober 2000 übernahm Joachim Klose der erfahrene Chorleiter aus Hattorf die Leitung des Chores. Nach dessen Ausscheiden aufgrund seiner Erkrankung, fanden wir schließlich ab November 2003 mit Hilmar Merkel aus Dorste einen musikalischen und gut zu uns passenden Chorleiter. Bei Verhinderungen von Hilmar Merkel sind wir in der glücklichen Lage, auf Ute Rorig, Hans Rauh u. Dietmar Lange als Chorleiter bzw. –in zurückzugreifen.

Aufgrund der abnehmenden Sängerzahl bewegen wir uns jedoch bereits ab 2002 auf einem kritischen Pfad. Doch die Singqualität der Sänger ergibt auch bei kleiner Chorstärke qualitative gute Leistungen bei allen Auftritten und Konzerten.

Für das kulturelle und gesellschaftliche  Leben unseres Dorfes ist der MTGV „Concordia″ im Verlauf der nunmehr 140 jährigen Geschichte zu einem wichtigen und nicht wegzudenkenden Faktor geworden. Auch die Geselligkeit kommt in der Sängerfamilie nicht zu kurz. Die Sängerfrauen, die sich im Jahre 1984 sogar zu einem „Fan-Club des MTGV Concordia″ zusammenfanden, tragen zur Harmonie im Verein bei.

Im Verlauf einer Zeitspanne von mehreren Generationen hat der Verein viele Höhepunkte erlebt, aber auch Krisenzeiten und Zerreißproben bestanden. Die Freundschaft und Kameradschaft und die aufopfernde Arbeit des jeweiligen Vorstandes und der Chorleiter haben dazu beigetragen.

Möge der Chorgesang in Eisdorf, in welcher Form auch immer, noch lange Bestand haben.