Die für ihre langjährige Treue geehrten Mitglieder zusammen mit der ersten Vorsitzenden des Fördervereins, Tanja Guttmann (vorne li.) und Pastor Brinkmann (5. v. re.). Fotos: Bordfeld

Eisdorf (pb). Auch wenn 1947 seitens des Rates der Gemeinde Eisdorf der Entschluss fiel, dass die Errichtung eines Kindergartens nicht notwendig sei, weil es nicht soviel Geld in Kinder investiert werden müsse, wurde genau in der 1995 eingeweihten Einrichtung jetztein Jubiläum gefeiert: das 40jährige Bestehen des Fördervereins. Und die erste Vorsitzende, Tanja Guttmann, brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass so viele Bürger fast jeden Alters den Weg in die St.-Georg-Kindertagesstätte gefunden hatten, um mit dem Jubilar zurückzuschauen und zu feiern.

Das Fest begann mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel, den Pastor Dr. Uwe Brinkmann zusammen mit den Mädchen und Jungen, welche die Kita heute besuchen, und deren Betreuerinnern ausrichtete. Es gab selbstgebastelte Kronen, Blumen und einen Regenbogen für einige Gäste.

Dann ließ die erste Vorsitzende die Entstehungsgeschichte des Fördervereins, der wohl einer der ältesten dieser Art in ganz Deutschland sein dürfte, Revue passieren. Als vor 40 Jahren die Idee seitens Walter Rorig und Wolfgang Lewin aufkam, einen Förderverein für eine Einrichtung ins Leben zu rufen, die es noch nicht gab, aber geben sollte, seien die beiden auf sehr viele offene Ohren und hilfreiche Hände gestoßen. Und seit der Gründung des Fördervereins seien insgesamt 105.000 Euro investiert worden. Davon seien allein 75 000 Euro seit der Einweihung des Kindergartens beziehungsweise während der Bauzeit vorher in das Projekt eingeflossen.

Was sie aber am meisten beeindruckt habe, sei die stets vorhandene Bereitschaft zum mit helfen, anpacken, auch mal schmutzig machen und im wahrsten Sinne des Wortes mitzuarbeiten. Ihrer Meinung nach sei es genau das, was ein Dorf wie Eisdorf besonders ausmacht und starkmacht: der Wille füreinander da zu sein und einander zu helfen.

Walter Rorig blätterte noch etwas intensiver in der Entstehungsgeschichte des Fördervereins. Bereits im Juni 1972 wurde der Beschluss gefasst, in einem Klassenzimmer der Grundschule Vorschulkinder zu betreuen. Neben Ute Rorig und Heidi Raske waren Renate Lehmann, Elsbeth Lewin, Hanni Armbrecht, Rita Armbrecht, Ursel Halpape, Karin Köhler, Bärbel Maronna, Sieglinde Armbrecht und Melanie Köhler als Betreuerinnen tätig.

Im November desselben Jahres erfolgte die Gründung des Fördervereins. Im Winter 1972/73 bauten Eltern und Mitglieder des neuen Vereins Kellerräume im Schulgebäude aus, welche ab April 1973 bis 1983 genutzt wurden. Bereits im März 1973 übernahm sie Samtgemeinde Bad Grund die Trägerschaft. Im Juli fiel der Ratsbeschluss für den Bau eines Kindergartens, doch es sollten noch einige Jahre durch die Gemeinde ziehen.

Im September 1975 wurde ein Spielplatz für die Spielkreis-Kinder errichtet. Im November legten die Betreuerinnen ihre Abschlussprüfung als Gruppenleiterinnen ab. Anfang 1983 erfolgte der Umbau des ehemaligen Lehrerhauses zur Nutzung für den Spielkreis, der im Mai aufgenommen wurde. Im Juni 1992 feierte der Förderverein sein 20jähriges Bestehen, im Februar des darauffolgenden Jahres fasste der Rat der Samtgemeinde Bad Grund den Beschluss, einen Kindergarten ins Eisdorf zu errichten. Der erste Spatenstich erfolgte im März 1995, im Juni wurde Richtfest und am 4. November Einweihung gefeiert.

Harald Dietzmann überbrachte als Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund die herzlichsten Glückwünsche und lobte insbesondere das Durchhaltevermögen des Fördervereins. Wenn es ihn nicht schon gäbe, müsste er gegründet werden. Denn er spiegelte das gute Miteinander der Kindertagesstätte, der Eltern und der Kirchengemeinde wieder.

Der stellvertretende Ortsbürgermeister, Frank Brakebusch, sparte auch nicht mit Worten des Dankes und der Anerkennung für das Jahrzehnte währende ehrenamtliche Engagement des Fördervereins.

Inge Jünemann, erste Vorsitzende des Kirchenvorstandes Eisdorf, hatte neben der gesprochenen Gratulation auch eine Urkunde des Kirchenkreises Harzer Land  mitgebracht, welche von Superintendent Volkmar Keil unterschrieben war.

Und Tanja Guttmann bat dann noch Mitglieder zu sich, welche für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt wurden.

Danach nutzten alle die Gelegenheit, zu schauen, was der Förderverein alles für die Kindertagesstätte angeschafft und somit ermöglicht hatte, sein Glück in der reichhaltigen Tombola zu versuchen, oder im zur Cafeteria umgewandelten Kultur- und Sportzentrum bei Kaffee und Kuchen in Erinnerungen zu schwelgen.

EHRUNGEN:

40 Jahre:

  • Friedhelm Armbrecht, Wolfgang und Elsbeth Lewin, Rita Armbrecht, Alfred Ohse, Ilse Müller, Joachim Jünemann, Herbert Lohrberg und Erhard Kriebel

25 Jahre und länger:

  • Rotraut Dröge, Dietmar Eisler, Jürgen Pinnecke, Petra Borchers, Holger Lange, Eckhard Lange und Wolfgang Pinnecke.


Während des Gottesdienstes, der anlässlich des Jubiläumsfestes des Fördervereins unter freiem Himmel stattfand, war viel los.

Kirchenvorstandsvorsitzende Inge Jünemann überreichte der ersten Vorsitzenden des Fördervereins, Tanja Guttmann, die Urkunde des Kirchenkreises Harzer Land.


Für die Gäste hatten die Kinder Kronen und Blumen gebastelt


Rita Armbrecht, Elsbeth Lewin und Hanni Armbrecht (v. l. n. r.) wurden für ihren Einsatz als erste Betreuerinnen geehrt.


Zukünftige Kindergartenbesucher fehlten bei der Feier auch nicht.