Dorfapp

Mit einer Spendenaktion will der Verein „Mobiles Eisdorf“ helfen, aber auch gleichzeitig mehr Menschen für „Crossiety“ gewinnen.

Seit vier Monaten ist der digitale Dorfplatz, die App „Crossiety“, am Start. Zeit, für einen ersten Zwischenstand, wie Dieter Sinram aus Eisdorf (Vorsitzender des Vereins „Mobiles Eisdorf“ und Mitinitiator zur Einführung der App) in einem Gespräch mit unserer Zeitung sagt. 584 Menschen aus der Gemeinde Bad Grund nutzen bereits die App, die zunächst für ein Jahr in den Ortschaften Willensen, Eisdorf und Bad Grund sowie in den Kitas der Gemeinde erprobt werden soll. Möglich ist es aber auch jetzt schon für Einwohner, Vereine oder Institutionen aus Badenhausen, Windhausen und Gittelde dort mitzumischen.

Die Vorteile liegen für Sinram klar auf der Hand: die App „Crossiety“ vereint viele Funktionen anderer sozialer Medien in sich. In dem Bereich Dorfplatz können aktuelle Informationen oder Veranstaltungen eingestellt werden, über den Marktplatz können Kleinanzeigen zum Verkauf veröffentlicht werden und es gibt auch einen Helfen-Kanal. Zudem können Umfragen gestartet, der Überblick mit einem Kalender behalten werden und noch vieles mehr. Vereine können sich, unabhängig von ihrer eigenen Homepage, über die App organisieren, auch mit einem internen Bereich.

Im Übrigen will die Plattform nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Homepages von Vereinen, Verbänden oder Institutionen treten. Schulen und Kindergärten können einfacher ihre Anliegen kommunizieren und auch Migranten können so die vielschichtigen Angebote ihres Wohnortes erleben. Das sind nur einige Beispiele von vielen Möglichkeiten. „Die App ist eine Chance“, so Sinram „auch, dafür, dass sich die Menschen mehr mit ihrem Dorf identifizieren“.

Und damit sich noch mehr Einwohner (oder Nachbarn, wie sie auf der App heißen) für eine Nutzung der App entscheiden, hat der Verein „Mobiles Eisdorf“ und einige Privatpersonen eine Spendenaktion ins Leben zu rufen, die den Opfern der Ahrtal-Katastrophe zu Gute kommt. Der Spendenaufruf ist ebenfalls über den Dorfplatz der App einzusehen. Inzwischen muss man nur ein wenig nach unten scrollen. Noch bis zum 10. Januar sollen für jeden angemeldeten „Nachbarn“ 50 Cent gespendet werden. Bei dem derzeitigen Stand von 584 Nutzern liegt die Spendensumme gerade bei 292 Euro. Die Initiatoren würden sich freuen, wenn der Betrag in den nächsten Tagen noch erheblich ansteigt, und werben dafür, sich für weitere Anmeldungen stark zu machen und auch Hilfe dafür anzubieten.

Ganz im Sinne der Philosophie von „Crossiety“. Denn so soll das Miteinander neu gestaltet und das Zusammenleben organisiert werden, und zwar über alle Altersgruppen hinweg. Ob Einwohner, Vereinsmitglieder, Verantwortliche in Rathäusern, Einzelhandel und Unternehmen, Gruppen in Schulen, Kindergärten, Nachbarschaften, bei Freizeitaktivitäten – mit Benutzung der App sollen mehr Nähe, Verbundenheit und Engagement entstehen.

Die Anmeldung erfolgt grundsätzlich mit realem Namen (keine Abkürzungen oder Fantasiebezeichnungen). Die Nutzung ist als App- oder Weblösung möglich. Das Ziel von „Crossiety“ ist es, das wertvolle Potenzial innerhalb der lokalen Gesellschaft besser zu nutzen, indem sich die Menschen wieder vermehrt austauschen und gegenseitig helfen.

Um „Crossiety“ zu nutzen, muss zunächst die App über den App-Store heruntergeladen werden. Das geht nicht nur mit dem Handy, sondern auch mit Laptop oder PC über www.crossiety.app. Nach der Registrierung erfolgt eine Verifizierung per Mail und eine per SMS.

(hn - Artikel im Harzkurier vom 31.12.2021)

Mobiles Eisdorf 200