Mobiles Carport 01pb

Die Einweihung des Carports des Vereins „Mobiles Eisdorf“ ließen sich zahlreiche Interessenten nicht entgehen. Fotos: Petra Bordfeld

Wo vor 60 Jahren Kinder am Uferrand der Söse in Eisdorf das runde Leder kickten, steht heute ein Carport, welcher zwei E-Autos „Tankmöglichkeiten“ bietet und mittels einer Fotovoltaik-Anlage den dafür benötigten Strom liefert. Dieter Sinram, der erste Vorsitzende des Vereins „Mobiles Eisdorf“ erinnerte sich bei der offiziellen Einweihungsfeier dieser umweltfreundlichen Anlage gerne an die damalige Straßenfußball-Zeit. Gleichzeitig freute ihn, dass es dem Verein, der vor fast vier Jahren von engagierten Eisdorfern aus der Taufe gehoben wurde, gelungen ist, den Jahresenergiebedarf der zwei E-Autos des Vereins mit Solarenergie abdecken zu können.

Weil so ein Traumprojekt nur mit Hilfe vieler Helfer, Berater und Unterstützer verwirklicht werden konnte, hatte der Vorstand des Vereins herzlich zu einer offiziellen Eröffnungsfeier geladen, an welcher Frauen und Männer teilnahmen, die diese Aktion planerisch, körperlich oder finanziell tatkräftig unterstützt hatten und es auch noch heute tun. Interessierte Bürger waren aber ebenso willkommen. „Es sind so viele hier, ohne die dieses Projekt und damit auch dieses Carportprojekt nicht gelungen wären“.

Neben vielen Worten des Dankes und der Anerkennung war auch der Überraschungsgast Thorsten Lange aus der Schottenrock-Band als Solist mit seinem Dudelsack zu hören. Und als das letzte gesprochene Wort verklungen war, gehörte die Aufmerksamkeit dem Sänger und Gitarristen Markus Funke, der mittels Oldies zu einer Reise in die musikalische Vergangenheit einlud. Klar, dass sich bei so einer musikalischen Tour auch gestärkt werden musste, was mit Getränken und Grillspezialitäten möglich war.

Doch erst einmal richtete Dieter Sinram ein besonderes Dankeschön an all jene, die den Fahrdienst aufrechterhalten und bereits 45 der älteren Mitglieder seit 2019 rund 55 000 Kilometer durch die nähere und weitere Umgebung gefahren haben.

Zu Beginn des Projekts „Unser Dorf fährt elektrisch“ waren die formulierten Ziele genau an der Uferstraße eine Carport-Voltaik-Anlage und zwei Elektrofahrzeuge für Vereinsmitglieder nutzen zu können noch ein Traum. „Mobiles Eisdorf“ habe aber mit der errichteten Carport-Photovoltaik-Anlage und zwei Elektrofahrzeugen des Vereins bewiesen, dass Träume manchmal die Realitäten von Morgen sein können.

Der erste Schritt in die Wirklichkeit konnte getätigt werden, als sich Familie Burgholte bereit erklärte, eben diesen Flecken Erde für das Projekt zur Verfügung zu stellen.

Ein ganz besonderes Dankeschön richtete der Vorsitzende an Anja Kreye, vom Regionalmanagement, die bereits im November 2020 den Tipp der LEADER-Förderung für dieses Projekt gegeben hatte.

Mit der Umsetzung konnte aber erst begonnen werden, nachdem die beantragten LEADER-Gelder offiziell zugesagt waren. Und in den kommenden Monaten bis zur Einweihung haben Architekt, Behörden, Firmen viele fleißige Helfer des Vereins dafür gesorgt, dass alles genauso stand, wie es in den Planungen vorgesehen war. „Viele, viele haben es sehr, sehr gut mit unserem Verein gemeint“.

LAG-Vorsitzender und nicht selten Überbringer guter Nachrichten, Frank Uhlenhaut, ließ es sich nicht nehmen, erst einmal dem Verein „Mobiles Eisdorf“ und den Eisdorfer Bürgern/innen zur klimafreundlichen Mobilität im Dorf zu gratulieren. Mit der Teilnahme und dem Gewinn des ersten Preises beim Wettbewerb "Unser Dorf fährt elektrisch" im Jahr 2018 habe ein ambitioniertes Projekt seinen Anfang genommen. Der Verein habe es mit enormen ehrenamtlichen Einsatz und praxistauglichen Ideen geschafft, dass Projekt mit Leben zu erfüllen und sogar noch auszubauen.

Der jetzige Carport mit Photovoltaikanlage sei ein weiterer, wichtiger Baustein für die erfolgreiche Etablierung. Neben der klimafreundlichen Mobilität habe der Verein sein zweites Ziel, das soziale Miteinander im Dorf zu stärken, mit einem gut genutzten Fahrdienst erreicht. Alles in allem sei eine beeindruckende Entwicklung zu spüren, und habe die Hochachtung und Anerkennung der ganzen LEADER-Region verdient.

Harald Dietzmann betonte in seinem Grußwort, dass der Verein Respekt und Dank für diese ehrenamtliche Leistung verdient habe. Denn er bräuchte schließlich kreative Menschen, die mittels Durchhaltevermögen, Risikobereitschaft und Mut Träume realisierten.

Auch wenn die Maßnahme zu 100 % gefördert worden sei, habe der Verein einige Ausgaben allein schultern müssen. Er sei ein hohes Risiko eingegangen, denn er habe die Vorfinanzierung stemmen und den großen Aufwand der Antragstellung aufbringen müssen. Dieses neue Projekt leiste einen überzeugenden Beitrag zu den Themen „Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Mobilität, Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Innovation. „Daraus können andere sehr wohl lernen“. Dietzmann dankte Eisdorf sehr für diese herausragende Leistung um das Projekt „Unser Dorf fährt elektrisch“ und aktuell mit dem Carport.

Ortsbürgermeisterin Petra Pinnecke hielt letztendlich nicht mit der Freude hinterm Berg, dass „Mobiles Eisdorf“ ein wahres Glück für Eisdorf sei. „Endlich mehr Mobilität in der Ortschaft und keine Abhängigkeit von den öffentlichen Verkehrsmitteln mehr! Und das alles mit grünem Strom!“ Abschließend versprach sie übrigens: „Auch ich werde mein Auto sicherlich verkaufen, wenn ich in der Freistellungsphase meiner Altersteilzeit bin! Und dann gerne eines der E-Autos nutzen!“ pb

MobilesCarport03pb
MobilesCarport05pb
MobilesCarport06pb
MobilesCarport04pb
MobilesCarport02pb

www.mobiles.eisdorf.de

Mobiles Eisdorf 200