Eisdorf

Söse

Renaturierung der Söse: Beide Wehre an der Söse sollen weichen, hier das Wehr in der Nähe der ehemaligen Apotheke in Eisdorf. Fotos: Herman Niemann

In der Ortsratssitzung in Eisdorf stellten Claudia Leps, Geschäftsführerin des Rhumeverbands, und Torsten Knoblauch vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) das Projekt zur Renaturierung des Sösebetts vor. Im Mittelpunkt steht die ökologische Durchgängigkeit der Söse, die derzeit durch zwei Wehre im Ortsbereich erheblich eingeschränkt ist.

Hintergrund des Projekts ist die künftige Regelung der Wasserrechte an den Wehren. Die bisherige Eigentümerin wurde vom Landkreis Göttingen dazu aufgefordert, die Durchlässigkeit der Anlagen herzustellen. Dieser Umbau wäre jedoch mit einem hohen wirtschaftlichen Aufwand verbunden. In der Folge suchte sie das Gespräch mit dem Rhumeverband und dem NLWKN. Die Lösung: Die Wasserrechte sollen abgegeben werden – im Gegenzug würden die Wehre zurückgebaut.

Ziel des Vorhabens ist es, das sogenannte gute ökologische Potenzial der Söse zu entwickeln. Dazu zählen insbesondere die Beseitigung von Wanderhindernissen für Fische und andere Wasserlebewesen sowie eine deutliche Verbesserung der Gewässerstruktur. Gleichzeitig sollen die Maßnahmen positive Effekte auf den Hochwasserschutz haben, etwa durch mehr Raum für das Gewässer und eine naturnähere Abflussdynamik. Ebenso könne eine wertvolle Auenlandschaft entstehen, erklärte Knoblauch.

Für den Rückbau der beiden Wehre wurden durch Knoblauch mehrere Varianten vorgestellt. Diese reichen von einfachen Abtrags- und/oder Auftragsmaßnahmen über das Setzen von Riegeln bis hin zu raumgreifenden Lösungen, bei denen das Gewässer stärker in die Umgebung eingebunden wird. Anhand einer Übersichtsliste werden die Varianten nach festgelegten Kriterien bewertet. „Im besten Fall favorisieren diese Kriterien natürlich die raumgreifenden Lösungen. Das ist die Vorzugslösung – vorbehaltlich, dass die Flächen natürlich auch verfügbar werden“, erläuterte Knoblauch. Entscheidend sei daher auch die Bereitschaft angrenzender Grundstückseigentümer, Flächen zur Verfügung zu stellen.

Für den in der Ortslage befindlichen Turbinengraben brachte Knoblauch ebenfalls eine mögliche Gestaltung ins Spiel. Vorstellbar sei eine Ausführung mit Kieslage und Rasen, die künftig als Entwässerung dienen könne und sich besser in das Ortsbild einfüge.

Für die Renaturierung winkt eine Förderung von bis zu 100 Prozent. Nicht Bestandteil dieser Förderung sind allerdings Maßnahmen, die ausschließlich dem Hochwasserschutz dienen. Derzeit befindet sich das Projekt noch in einer frühen Phase. Es geht zunächst um Ideenfindung, Variantenprüfung und vorbereitende Gespräche – insbesondere mit den betroffenen Grundstückseigentümern.

Warum das Projekt von Bedeutung ist, wurde in der Sitzung deutlich: Intakte, durchgängige Gewässer sind eine zentrale Voraussetzung für funktionierende Ökosysteme. Sie ermöglichen die Wanderung von Wasserlebewesen, verbessern die Wasserqualität und erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegenüber Hochwasserereignissen. Vorbehaltlich der notwendigen Voraussetzungen und Finanzmittel könne mit dem Bau ab 2028/29 begonnen werden.

Als es um die Haushaltssatzung der Gemeinde Bad Grund beziehungsweise genau betreffend für Eisdorf ging, kam es zu Diskussionen um die gewünschte Renovierung des Raums, in dem die Ortrsatssitzung immer stattfinden, Teile der Ausstellung der Heimatstube sind, Vereine tagen und auch die Bücherecke angesiedelt hier. Diesbezüglich hatte man die Renovierung des Fußbodens und Streichen der Wände gewünscht. Dies solle allerdings wie der Gemeindebürgermeister, Patrick Schmidt, sagte rund 8.500 Euro kosten, was nicht mehr in diesem Haushalt untergebracht werden könne. Das sei nicht zufriedenstellend, betonte Ortsratsmitglied Jens Schimpfhauser (CDU), der gerne eine detaillierte Kostenschätzung hätte. Dies wolle Schmidt noch nachliefern, er sagte auch, dass es ja die Möglichkeit gebe, etwas in Eigenleistung zu erledigen. Außerdem vermisste Schimpfhauser einen Sachstandsbericht zum Jugendraum, in dem es auch einen Wasserschaden gab. Hierzu konnte die Ortsbürgermeisterin, Petra Pinnecke, berichten, dass es dazu noch ein Treffen mit den ehrenamtlichen und der hauptamtlichen Jugendpflegerin geben soll. Frank Brakebusch (CDU) regte noch an, dass man mit der Baumpflanzaktion in der Förster Straße weiter machen und noch vier bis fünf weitere Bäume pflanzen sollte.

Wie der Gemeindebürgermeister noch berichtete, solle sich der Ortsrat Gedanken um mögliche Standorte für Altglascontainer machen, die aufgrund der Harmonisierung der Abfallwirtschaft im Landkreis Göttingen ab 1. Januar 2028 aufgestellt werden müssen. Zwar hatte der Ortsrat schon Stellen genannt, die aber teilweise baurechtlich nicht geeignet seien. hn

Soese04hn
Soese01hn
Soese03hn
Soese02hn