Eisdorf


Maren Neumann, Sieglinde Weber, Brigitte Kühne und Regina Rath (v. l. n. r.)  waren teuflische Matrosen bei „Ich war noch niemals in New York“.

Eisdorf (pb). Dass ihr die zwei Jahre Bühnenabstinenz gut getan hat, stellte die Theatergruppe „St. Georg“ im Eisdorfer Kirchenhaus wieder einmal voll unter Beweis. Schließlich tobte der voll besetzte Saal nicht selten. Stehende Ovationen des Publikums fehlten ebenso wenig, wie am strahlenden Ende die unmissverständliche Bitte um Zugaben, die auch nach gut zweieinhalb facettenreichen „play-back“-Musical-Stunden die Akteure mit großer Freude erfüllten.

Die Eröffnungsschritte auf die Bretter, welche auch in Eisdorf die Welt bedeuten, wagten die Theater-Kids unter der Leitung von Maren Neumann und Daniela Diener. Sie entführten mit einfühlsamen Szenen in die Musical-Welt von „Cats“.

Sehr viel turbulenter wurde es, als die „alten Hasen“ das schauspielerische Zepter übernahmen. Zuerst einmal gab sich „Tarzan“ ein Stelldichein, zu dem die Musicalmusik aus der Feder von Phil Collins stammt. Dafür brauchte der Titelheld nicht einmal eine Liane, denn sein Körperbau stellte unter Beweis, dass es im Dschungel auch gute Speisen gibt.
Im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaft ging es bei Stephen Schwartz Musical „Wicked“ zu. Die zwei liebenswerten Hexen des Westens und des Südens (gespielt von Ilona Reinhardt und Melanie Rath) wussten genau, wie sie die Zuschauer mit der Liebe, Leid und Zauberei in ihren Bann zu ziehen haben. Anschließend hieß es „Ich war noch niemals in New York“. Udo Jürgens ließ überaus schön grüßen und hätte sich mit Sicherheit über diese Interpretation des Musicals riesig gefreut.

Nach der Pause, die sowohl von den Akteuren, als auch von der überaus großen Zahl des Publikums fast jeden Alters zum Luft holen genutzt wurde, musste die Lachmuskulatur nochmals kräftig herhalten. Denn „Der Schuh des Manitu“, mit dem Apatschenhäuptling Abahatschi, seinem Zwillingsbruder Winnetatsch und Blutsbruder Ranger (bezeichnender Weise dargestellt vom Brüdertrio Michael, Oliver und Thomas Rath) schon auf der Leinwand Siege einritten, war auf den Bühnenbrettern gelandet und damit jede Menge herzhafter Klamauk und tolle Stimmungsmusik garantiert.

Überhaupt stimmte alles. Mimik und Gestik passten zu jeder einzelnen Situation und gleiches darf auch über das vielfältige Bühnenbild und die originalgetreuen Kostüme gesagt werden.

Wer neugierig geworden ist, sollte sich zum einen die noch anstehenden Termine und die Tatsache merken, dass nur noch wenige Karten bei der Bäckerei Brakebusch und der Getränkeinsel Peinemann zu haben sind.

Der Vorhang selbst wird sich im zum Theater umfunktionierten Saal des Kirchenhauses an den Samstagen 14., 21. und 28. August, jeweils um 19 Uhr sowie am Sonntag, den 15. August, um 18 Uhr,  heben wird. Wer einmal das Gefühl haben möchte, in einer der großen Musicalhallen Deutschlands zu sitzen, sollte sich merken, dass bereits eine Stunde vor Spielbeginn der Einlass gewährt wird.

Übrigens erhält - wie jedes Jahr - der Verein „Die Kirche bleibt im Dorf e. V.“, auch diesmal den Erlös für den Erhalt der Pfarrstelle.


Michael Rath, Thomas Rath, Oliver Rath (v. l. n. r.) holten den “Schuh des Manitu” nach Eisdorf.


Die Abschlussszene aus „Ich war noch niemals in New York“ war recht turbulent, denn endlich hatten sich die Liebenden gefunden und alle waren happy. Fotos: red